openart Lausitz Biennale 2026
>>openart Lausitz Biennale zeigt in Cottbus: Urban Art, Street Art, Graffiti und Comic
Sa. 5.09 – So 20.09.2026
Vom 31. Juli bis 20. September 2026 verwandelt sich die Brandenburger Lausitz in eine Plattform für zeitgenössische Kunst. Die 1. openart Lausitz Biennale für zeitgenössische Kunst bringt die kulturelle Vielfalt der Lausitz überregional ins Gespräch. Gezeigt werden Malerei, Fotografie, Skulptur, Installationen sowie Multimedia und Performance. Ab dem 5. September ist sie in Cottbus zu Gast.
Mit ihrer letzten Ausstellungsstation macht die 1. openart Lausitz Biennale 2026 Halt an einem Ort, der selbst Sinnbild von Wandel, Bewegung und Transformation ist: dem historischen Großenhainer Bahnhof in Cottbus.
Am Samstag, 5. September 2026, um 17 Uhr wird feierlich die letzte Etappe der 1. openart Lausitz Biennale in der kreisfreien Stadt Cottbus eröffnet. Wenn die Dunkelheit einsetzt, wird die Fassade der Kunsthalle Lausitz zur riesigen Projektionsfläche: Licht, Farbe, Bewegung und Klang verwandeln die historische Backsteinarchitektur in einen Kunstraum.
In der Kunsthalle werden Positionen aus Urban Art, Street Art, Graffiti und Comic in den Medien Malerei und Zeichnung gezeigt.
Im Grauen Vestibül thematisiert das Künstlerkollektiv URBAN ART – Anne Peschken und Marek Pisarsky – die globale Verlagerung der Textilproduktion von Europa nach Asien. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist die einst prosperierende Textilindustrie in Cottbus. Dafür errichteten sie einen großen Webstuhl, auf dem bemalte und ausrangierte Leinwände zu neuen Bildflächen verwoben werden. Ein begleitender Monitor dokumentiert den Entstehungsprozess im Atelier. Ergänzend ist im Grünen Saal eine monumentale, gewebte Arbeit von nahezu 3,50 Metern Breite zu sehen, die Näherinnen aus Asien zeigt.
Die Künstlerin Jess Zamora-Turner verweist mit einer weit in den Raum hineinragenden Patchwork-Installation aus gebrauchten Textilien auf die Vergänglichkeit von Konsum und die verborgenen Geschichten abgelegter Kleidungsstücke.
Caroline Böttcher bespielt mit einer multimedialen Installation aus textilen Objekten, Fotografien und erzählerischen Fragmenten zur Geschichte der Lausitzer Textilindustrie.
In ihrer Arbeit „Verwoben“ webte Annette Hecht-Bauer aus Kunststoffabfällen ein Kleid – einexperimenteller Umgangs mit gebrauchten Materialien und Alltagsobjekten.
Der aus Cottbus stammende Künstler Felix Matschke zeigt eine Serie digital gezeichneter Illustrationen, Architekturen der Lausitz vor denen schemenhafte Figuren erscheinen.
Valentina Tröndle präsentiert ihre fotografische Lausitz-Serie „Sediment“.
Mit Humor und zeichnerischer Präzision thematisiert Lioba von den Driesch in ihrem Trickfilm „Last Supper“ universelle menschliche Konflikte wie Gemeinschaft, Streit, Verrat und Zerwürfnis. Die mit Kreide auf Schultafeln gezeichneten Figuren bewegen sich zwischen Comic und Animation.
Im anschließenden Raum sind die „Sorbischen Mangas“ der Künstlerin Siggiko zu sehen. Sie verbindet sorbische Sagen, Traditionen und niedersorbische Kultur mit der Bildsprache des japanischen Manga.
Katharina Arndt hinterfragt in ihrem vier Meter langen, an Street Art angelehnten Gemälde „How to Dress for Jogging“ humorvoll die Oberflächlichkeiten moderner Konsum- und Lifestylekultur.
Dem gegenüber steht die Skulptur „Tenement Rising“ der amerikanischen Künstlerin Tracey Snelling. Mit integrierten Videosequenzen über beengte Wohnverhältnisse thematisiert sie steigende Wohnkosten und soziale Verdrängung.
Zwischen diesen Positionen befindet sich Martin Böttgers Skulptur „Dredder“. Die grellfarbigen Metallfragmente erinnern an futuristische Maschinenwesen.
Mit seinem Gemälde „Social Silence“ zeigt Casey McKee eine surreale Strandszene vor einer Ölplattform und reflektiert damit humorvoll die Folgen menschlicher Eingriffe in Landschaften – auch in der Lausitz.
Miriam Lenks monumentale Skulptur „Fragile Wucht“. Mit der barock anmutenden Figur eines weiblichen Archetyps formuliert die Künstlerin ein kraftvolles Bild weiblicher Selbstermächtigung.
Kunsthalle Lausitz
Sa 05.09.2026 - So 20.09.2026
Öffnungszeiten:
Do. – So. 11 – 18 Uhr
Güterzufuhrstraße 7
03046 Cottbus
Anreise
Die Kunsthalle Lausitz liegt direkt gegenüber dem Bahnhofsausgang.
>>Junge Kunst/young art: Drei Tage Graffiti am Cottbuser Hauptbahnhof
4.–6. September 2026, 11-22 Uhr, Außengelände der Kunsthalle Lausitz, Cottbus
Im Außenbereich des ehemaligen Bahnhofs treffen sich rund vierzig Sprayer:innen aus dem gesamten Bundesgebiet — von Lörrach bis Rostock, von München bis Kiel — sowie regionale Künstler:innen, um direkt an den Gleisen des Cottbuser Hauptbahnhofs neue Kunstwerke entstehen zu lassen.
Geplant sind zwei Graffiti-Workshops für Kinder und Jugendliche, ein DJ-Workshop sowie Auftritte regionaler DJs, die das Festival an allen drei Tagen musikalisch begleiten.
Für Besucher:innen stehen Kaffee, Kuchen, Getränke und Sitzgelegenheiten bereit.
Der Eintritt zur Endstation Jam ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
>>Open spaces Cottbus
Die Sektion „Offene Räume/open spaces“ ist ein wichtiger Bestandteil der openart Lausitz Biennale: Kunstschaffende vor Ort bieten eigenständig Veranstaltungen in ihren Räumen an: Lesungen, Filmabende und auch mal ganz Ungewöhnliches, wie eine fahrende Ausstellung: An der Haltestelle „Betriebshof Schmellwitz“ startet am 4. September um 12:30 Uhr eine Straßenbahn mit Kunst und Musik. Robert Posselt zeigt 16 in Mischtechnik gemalte Bilder im A3-Format, die aus jahrelangen fotografischen Streifzügen durch Cottbus entstanden sind. Typische und untypische Szenerien der Stadt – kombiniert mit der emotionalen Färbung der Orte und Posselts Wurzeln in der Graffitikunst. Der Künstler ist bei der Fahrt anwesend, ebenso wie Musiker Jim Anders.
Am 5. September lohnt ein Besuch des Großenhainer Bahnhofs – nicht nur wegen der Graffiti Jam – sondern auch wegen der Audio-Performance „Spectral & Greedy“ von Marian Joel Küster. Besucher:innen erhalten Funkkopfhörer und können sich frei auf dem Gelände bewegen.
Über die Kopfhörer entfaltet sich eine Klanglandschaft, die live von Sounddesigner innen kreiert wird.
Am selben Tag beginnen die öffentlichen Workshops (5.–9. Sept., 10:00–17:00 Uhr) der Lehm-Installation „Echoes in Transition“ von Khandoker Upama Kabir im Strombad. In gemeinschaftlichen Workshops entsteht eine begehbare Wandstruktur aus Lehm und Flechtwerk, in die Teilnehmende Abdrücke, Objekte und Spuren einbringen können.
In der „rozswětlenje“ Lichtprojektion wird der Straßenraum vor dem Wendisches Museum zu audiovisuellem Erlebnisraum unter freiem Himmel (11. Sept, 20-22 Uhr). Die Fassade des Museums wird durch großformatige Projektionen, Licht und bewegte Bilder bespielt. Begleitet wird die Projektion von elektronischer Live-Musik und sorbisch inspirierten Sounds von Jakob Gruhl / Jkube. Ab 20 Uhr eröffnet der Abend mit atmosphärischen Ambient-Klängen und Visuals an der Museumsfassade. Um 21 Uhr folgt ein etwa 30-minütiges elektronisches Live-Set von Jkube, anschließend klingt der Abend langsam aus.
Dazu zieht das Mobile Mitmach-Atelier von Katrin Meißner von Ort zu Ort und ist am 13. September in Cottbus. Die Teilnehmenden stellen aus regionalen Materialien eigene Farben und Werkzeuge her und erschaffen kleine Kunstwerke. Die Künstlerin stellt sämtliche Materialien, sodass eine Teilnahme ohne Vorkenntnisse und finanziellen Aufwand möglich ist.
Am 19. und 20. September lädt sternchen.fm (Freies Radio für Cottbus und die Lausitz) zusammen mit der Soundkünstlerin Niki Matita dazu ein, den Sound von Cottbus zu erkunden. Im zweitägigen Workshop erarbeiten Interessierte ein kollektives Klangkunststück, das am Ende im Studio präsentiert und im Radio DAB+ ausgestrahlt wird. Der Workshop startet mit einer Gesprächsrunde: Wie klingt Eure Stadt, was hört sich nirgends so an wie hier, wo seid Ihr gerne? Die Teilnehmenden erarbeiten eine gemeinsame Route für den Hörspaziergang und führen diesen mit Aufnahmegeräten und Kunstkopfmikrofonen durch. Am nächsten Tag lernen sie mit dem aufgenommenen Material eine Stunde Klangkunst zu produzieren. Anmeldung bis 14. September unter info@sternchen.fm.
Ebenfalls am 19. und 20. September steht am Großenhainer Bahnhof ein begehbares, transparentes Kuppelzelt, in dessen Inneren ein subtiler Nebel und Wasserwellenlampen ein Bild des Eintauchens erzeugen- „Die Urhorde“ nennt sich die Installation von Sandra Pohl, die zu einem Perspektivwechsel über gesellschaftliche Strukturen einlädt.
Am 20. September endet auch die letzte Ausstellung der openart Lausitz Biennale. Sie findet in der Kunsthalle Lausitz statt. Gezeigt werden vom 5.-20. September Positionen aus Urban Art, Street Art, Graffiti und Comic in den Medien Skulptur, Malerei, Zeichnung, Fotografie, Videokunst, Installation und Performance.