Fotoausstellung "Die Frauen von Hoheneck - Fotografien von Dirk Vogel"
- 02. Dezember 2026
- Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
- Ausstellung
Die vom Forum für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen in der SBZ/SED-Diktatur e.V. herausgegebene Fotoausstellung enthält Porträts von 19 Frauen und 1 Mann, deren Schicksal eng verknüpft und geprägt ist von der Inhaftierung im berüchtigten Gefängnis Hoheneck in der DDR. Die Fotografien zeigen künstlerische Porträts der 20 ehemals Inhaftierten in verschiedenen Kontexten. Die Porträts zeigen sie in ihrem privaten Umfeld, wie es sich so viele Jahre nach den Hafterlebnissen darstellt, zum Teil auch bei Begegnungen in Hoheneck. Die Biographien spiegeln sich in den Gesichtern, dem Umfeld. Alle Fotografien wurden in analoger Fotografie in Schwarzweiß aufgenommen.
Texte
Begleitend zu den Fotografien werden Texte zu den Porträts gestellt. Die Texte werden auf Grundlage intensiver Gespräche über die Hafterlebnisse erstellt. Fokus der Gespräche sind aber nicht nur die Hafterlebnisse selbst, sondern sozusagen der Weg nach Hoheneck: Wie haben die Frauen die Repressalien in der DDR erlebt, wie hat der Staat in ihre persönliche Biographie eingegriffen. Wie waren die Beweggründe, sich anders zu positionieren. Die unterschiedlichen Wege der Frauen, ihre persönlichen Erlebnisse, ihre individuellen Erfahrungen und Hintergründe sollen die politische Situation in der DDR individuell spürbar werden lassen. Dabei liegt die Hoheit der Deutung des Erlebten stets bei den Frauen (und einem Mann, dem Sohn einer in Hoheneck Inhaftierten).
Zielgruppe
Die Ausstellung bietet mit seinen verschiedenen Sinneseindrücken die Möglichkeit, Zugang zum Thema über verschiedene Rezeptionskanäle zu finden. Fotos bieten visuellen Zugang, eröffnen die Möglichkeit, in Gesichtern zu lesen und einen größtmöglichen persönlichen Zugang zu finden. Die Texte eröffnen aus persönlicher Perspektive erzählte historische und bis heute prägende und relevante Kenntnisse, aber auch weiterführende Gedanken zum Thema Freiheit und Diktatur. Somit sollen auch Menschen angesprochen werden, die sich bisher noch nicht intensiv mit der deutsch-deutschen Vergangenheit auseinandergesetzt haben und die sich durch diesen individuellen Zugang berühren lassen. Gleichzeitig soll der Bildband eine Quelle für die gedankliche Auseinandersetzung damit sein, was staatliche Repression für den einzelnen Menschen und dessen Biographie bedeutet.
Die Fotoausstellung wurde gefördert durch die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie unterstützt von der Co.Rising GmbH.
Das Forum
für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen in der SBZ/SED-Diktatur e. V. besteht seit 2019. Es bietet eine Plattform für alle Frauen, die in der SBZ und DDR aus politischen Gründen verfolgt, benachteiligt oder inhaftiert waren. Das Forum ist Mitglied in der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG).
Die Frauen von Hoheneck
saßen im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck ein, weil sie regimekritisch waren oder die Einschränkungen in der Reisefreiheit nicht mehr ertrugen. Die Geschichten der Frauen zeigen deutlich, wie sehr die DDR-Diktatur in das Leben der Menschen hineinregiert hat. Die Frauen von Hoheneck konnten und wollten sich dem nicht fügen. Sie planten, ihr Land zu verlassen - und wurden verhaftet. Die Haft in Hoheneck war traumatisch. Die Frauen schildern Rechtlosigkeit, Willkür, gezielte Schikane und Grausamkeiten.
Die Fotografien von Dirk Vogel zeigen die Frauen so viele Jahre nach den Erlebnissen in Hoheneck. Die Porträts erlauben, in den Gesichtern zu lesen. Gibt es Spuren? Sicher. Die Haft hat Spuren in den Seelen hinterlassen. Die Frauen dieser Ausstellung sind starke Persönlichkeiten. Ihr freier Wille hat sie in die Haft geführt und die Haft konnte sie nicht brechen. Und dennoch tragen sie das Erlebte tief in sich. Manche von ihnen haben inzwischen den Weg in die Öffentlichkeit und in ein Engagement des Gedenkens gewählt. Manche von ihnen brechen ihr Schweigen nach all der Zeit zum ersten Mal und wagen sich an ein Erinnern.
Der Fotograf
Dirk Vogel beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Thematik der DDR-Diktatur. 2011 publizierte er den Bildband "Gesichter der Friedlichen Revolution", der Schwarzweißporträts von Männern und Frauen der DDR-Bürgerrechtsbewegung zeigt. 2022 fotografierte er den Bildband "Zeugen der Zeit" mit Porträts von Zeitzeugen, die im Gefängnis Hohenschönhausen inhaftiert waren.
Veranstaltungsort
Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus
Telefon: +49 355 2901330
Web: www.menschenrechtszentrum-cottbus.de
Kontakt
Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.- Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus
Telefon: +49 355 2901330
Web: www.menschenrechtszentrum-cottbus.de
Preise
Der Besuch der Ausstellung ist im Eintrittspreis für das Menschenrechtszentrum Cottbus inbegriffen.
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