• Der Cottbuser Postkutscher
das Stadtoriginal
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Der Cottbuser Postkutscher

Wie bitte? Sie kennen mich nicht? Ich bin der Cottbuser Postkutscher!

 Der Cottbuser Postkutscher und sein Denkmal
 Herzlich Willkommen in Cottbus!

Seit über 150 Jahren lebe ich nun schon in dieser Stadt, wo mein Zungenbrecher das Sagen hat. Geboren wurde ich als Motiv für gedruckte Cottbuser Bildpostkarten in der Mitte des 19. Jh. Meine Eltern, findige Werbeleute, brauchten ein zünftiges Stadtoriginal, mit dem sie Aufsehen erregen konnten. Kein Nachrichtenblatt dieser Zeit kündigte mein Erscheinen an und auch keine Lokalchronik nannte meinen Geburtstermin. Nur mein Bild und der postillionische Vers „Der Cottbuser Postkutscher putzt den Cottbuser Postkutschkasten“ machten Land auf, Land ab die Runde und trugen die Nachricht von Cottbus in die weite Welt hinaus.

Meine Eltern stritten sich lange, ob ich nun ein Sachse oder ein ausgewachsener Preuße sei. Schließlich war mein Cottbus lange Zeit wichtiger Knotenpunkt des Kutschverkehrs zwischen Sachsen und Preußen. Um allem Streit aus dem Wege zu gehen, zogen sie mir ein blaues Wams an, zum Ärger der Sachsen, wo die Postillione gelbe Jacken trugen. So ergab es sich, dass ich eines Tages mit einem Stallburschen verwechselt wurde und die Postkutsche sogar selbst putzen musste. Trist waren die Stunden, in denen ich mein Reinigungswerk zu vollfuhren hatte. Stolz aber schwoll meine Postillionsbrust, wenn ich mit meinem Vierspänner vor dem schonen alten Cottbuser Postgebäude in der Spremberger Straße erschien. Täglich fuhren alle 12 Postkutschen durch das Spremberger Tor, die anno dazumal in Cottbus Dienst taten. Ich hatte immer etwas Interessantes zu erzählen und war für viele Leute, die sehnsüchtig auf gute Nachrichten hofften, der wahrhaftige Glücksbringer. Die Zeiten änderten sich und auch ein Postillion kommt mal in die Jahre. Vergessen aber war ich nie. Als Werbesinnbild der grünen Stadt an der Spree bin ich nunmehr unsterblich geworden. Mittlerweile wollen viele Leute ein Postkutscher-Souvenir mit in ihre Heimat nehmen. Sie glauben mir nicht? Dann kommen Sie in das schöne Cottbus und Sie werden mich leibhaftig sehen und hören. Und vielleicht trällere ich sogar mein ganz persönliches Postkutscherlied. Auf alle Fälle aber zeige ich Ihnen meine Stadt.

Hoch auf der gelben Kutsche oder Posthorn blasend auf Schusters Rappen bin ich ein kundiger Stadtführer. Gern lade ich Sie zum viel gerühmten Postkutscher- Mahl ein. Lebendiger als jetzt war ich nie zuvor. Zu Fleisch und Blut geworden, werde ich immer begehrter. Sogar die große Liebe habe ich entdeckt, eine schone Spreewälderin hat es mir angetan. Wir sind nun das Traumpaar dieser Region. Gemeinsam sind wir so verlockend, dass auch Sie nicht widerstehen werden, uns zu besuchen.

Ich freue mich auf Sie.

Ihr Cottbuser Postkutscher